Teil 3: Social Media in der Praxis – selbst machen, abgeben oder kombinieren?
In den ersten beiden Teilen haben wir geklärt, warum Social Media heute unverzichtbar ist und warum ein Konzept die Grundlage für jeden Erfolg bildet. Jetzt geht es um die Frage, an der viele Unternehmen tatsächlich hängenbleiben: Wer setzt das Ganze eigentlich um – und mit welchem Material?
Denn ein Konzept allein postet noch keine Beiträge. Sobald es an die Umsetzung geht, tauchen ganz praktische Fragen auf: Wer schreibt die Texte? Wer macht die Bilder? Reicht ein schnelles Handyfoto, oder darf es auch mal ein Stockbild sein? Und ab wann lohnt sich professionelle Unterstützung?
Selbst machen – wenn die Voraussetzungen stimmen
Social Media intern zu betreuen, ist grundsätzlich möglich – und in manchen Fällen sogar die beste Lösung. Niemand kennt das eigene Unternehmen, die Produkte und die Kund:innen so gut wie das Team selbst. Authentische Einblicke, spontane Momente aus dem Arbeitsalltag oder fachliche Erklärungen direkt aus erster Hand wirken oft glaubwürdiger als jede Hochglanz-Kampagne.
Damit das funktioniert, braucht es jedoch:
- eine Person, die sich verlässlich kümmert – nicht „nebenbei, wenn Zeit ist“
- ein klares Konzept als Grundlage (siehe Teil 2)
- ein Mindestmaß an gestalterischem Auge und Schreibgefühl
- Werkzeuge wie Canva, ein gutes Smartphone und einen Redaktionsplan
- Geduld – denn auch interne Umsetzung braucht Zeit, um Routine zu entwickeln
Wer diese Voraussetzungen mitbringt, kann viel selbst stemmen. Schwierig wird es meist dann, wenn Social Media zur ständigen „Zusatzaufgabe“ wird, die als Erstes liegen bleibt, sobald das Tagesgeschäft drängt.
Unterstützung holen – wenn Zeit, Know-how oder Konstanz fehlen
Viele kleine und mittelständische Unternehmen merken irgendwann: Es scheitert nicht am guten Willen, sondern an der Zeit. Posts werden geplant, aber nicht veröffentlicht. Ideen sind da, aber die Umsetzung bleibt liegen. Genau hier kann externe Unterstützung den Unterschied machen.
Eine professionelle Betreuung übernimmt nicht nur das Posten, sondern sorgt für:
- strategische Planung und thematische Konsistenz
- regelmäßige, qualitativ hochwertige Inhalte
- einheitliches Erscheinungsbild über alle Kanäle
- Auswertung von Reichweite, Interaktionen und Ergebnissen
- Entlastung des internen Teams
Auch Mischmodelle funktionieren gut: Das Unternehmen liefert Bilder, Themen oder kurze Stimmen aus dem Alltag – die Agentur kümmert sich um Aufbereitung, Texte, Veröffentlichung und Auswertung. So bleibt die Authentizität erhalten, ohne dass das Team in der Umsetzung versinkt.
Bilder kaufen, eigene Bilder oder professionell produziert?
Eine der häufigsten Fragen in der Praxis lautet: Welches Bildmaterial darf es sein? Die ehrliche Antwort: Es kommt auf den Zweck an – und meist ist eine Mischung am sinnvollsten.
Stockmaterial – schnell, günstig, aber austauschbar
Stockfotos und Stockvideos haben ihre Berechtigung. Sie sind schnell verfügbar, kostengünstig und decken Themen ab, für die eigene Aufnahmen aufwendig wären – etwa abstrakte Konzepte, saisonale Motive oder ergänzende Visuals.
Aber: Stockmaterial wirkt selten persönlich. Wer ausschließlich auf gekaufte Bilder setzt, läuft Gefahr, austauschbar zu wirken. Genau die Bilder, die ein Unternehmen einzigartig machen würden – Menschen, Produkte, Räume, Prozesse – fehlen dann komplett.
Eigenes Material – authentisch und wiedererkennbar
Selbst aufgenommene Bilder und Videos sind das wertvollste Material, das ein Unternehmen besitzt. Sie zeigen echte Menschen, echte Produkte und echte Arbeitsabläufe. Das schafft Vertrauen – und genau das ist es, was Social Media leisten soll.
Mit modernen Smartphones lassen sich heute Bilder und Videos in beachtlicher Qualität erstellen. Wichtig sind dabei:
- gutes Licht (am besten Tageslicht)
- ein aufgeräumter Hintergrund
- eine klare Bildidee – nicht einfach drauflos knipsen
- regelmäßiges Sammeln, statt im Notfall improvisieren zu müssen
Professionelle Produktion – wenn der Eindruck zählt
Für Schlüsselinhalte – Imagevideos, Produktshootings, Erklärfilme oder die zentrale Bildwelt einer Marke – lohnt sich professionelle Bild- und Videoproduktion. Hier geht es nicht nur um Technik, sondern um Bildsprache, Lichtsetzung, Storytelling und das richtige Auge für Details.
Solche Inhalte lassen sich anschließend monatelang einsetzen: in Posts, Reels, auf der Website, in Anzeigen und im Newsletter. Damit wird aus einer einmaligen Investition ein dauerhafter Marketing-Baustein.
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Die richtige Mischung macht den Unterschied
In der Praxis funktioniert kein Extrem besonders gut. Wer ausschließlich Stockfotos nutzt, wirkt beliebig. Wer alles selbst machen will, läuft Gefahr, an der Umsetzung zu scheitern. Und wer ausschließlich auf hochwertige Produktionen setzt, sprengt schnell jedes Budget.
Die meisten erfolgreichen Social-Media-Auftritte basieren auf einer klugen Kombination:
- professionell produzierte Inhalte als visuelles Fundament der Marke
- eigenes Material aus dem Alltag für Nähe und Authentizität
- Stockmaterial gezielt als Ergänzung, nicht als Hauptzutat
- ein klares Gestaltungsraster, das alles zu einem stimmigen Ganzen verbindet
Fazit: Umsetzung ist der Punkt, an dem Konzepte scheitern oder gewinnen
Ein gutes Konzept ist die Grundlage – aber den Unterschied macht die konsequente Umsetzung. Ob Unternehmen Social Media selbst betreuen, mit einer Agentur zusammenarbeiten oder ein Mischmodell wählen, hängt von Zeit, Know-how und Ansprüchen ab. Genauso verhält es sich mit dem Bildmaterial: Stockfotos, eigene Aufnahmen und professionelle Produktionen schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich.
Entscheidend ist, dass die Umsetzung verlässlich, wiedererkennbar und qualitativ stimmig ist. Denn Social Media belohnt nicht den schnellsten Start, sondern den konsequenten Weg.
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